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Aargauischer Gewerbeverband
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Medienmitteilung vom 12. September 2016

 

Gewerbeverband fordert die Regierung auf, Klarheit zu schaffen

 

 

USR III: Gewerbeverband fordert Umsetzung ohne Erhöhung der Teildividendenbesteuerung 

 

AGV. In der Sommersession hat das Bundesparlament die Unternehmenssteuerreform III (USR III) verabschiedet. Diese Reform ist für die Unternehmen sowie Unternehmerinnen und Unternehmer zentral. Linke Parteien und Gewerkschaften sind derzeit an der Unterschriftensammlung für ein Referendum.

 

Ein Element der Vorlage ist die Möglichkeit für die Kantone, die zinsbereinigte Gewinnbesteuerung einzuführen. Die zinsbereinigte Gewinnsteuer wirkt im Wesentlichen als Ersatzmassnahme für Unternehmen, die bis anhin Zinserträge steuerlich vorteilhaft in Holdinggesellschaften, gemischten Gesellschaften oder Finanzgesellschaften erwirtschaftet haben.

 

Wird die zinsbereinigte Gewinnsteuer eingeführt, muss der Satz des Teilbesteuerungsverfahrens von Dividendenerträgen bei den natürlichen Personen von derzeit 40 Prozent auf 60 Prozent erhöht werden. Der Aargau kennt derzeit ein Satz von 40 Prozent, müsste demgemäss bei Einführung der zinsbereinigten Gewinnsteuer den Satz um 20 Prozentpunkte erhöhen. Sinn und Zweck des Teilbesteuerungsverfahrens ist die Milderung der wirtschaftlichen Doppelbelastung für Unternehmerinnen und Unternehmer.

 

Der Vorstand des Aargauischen Gewerbeverbands (AGV) fordert die Aargauische Regierung mit einstimmigen Beschluss auf, bereits vor der Volksabstimmung Klarheit zu schaffen und sich für die Beibehaltung des 40 Prozentsatzes für die Dividendenbesteuerung und damit gegen die Einführung der zinsbereinigten Gewinnsteuer auszusprechen. Das Gewerbe sowie die Bürgerinnen und Bürgern müssen vor der Abstimmung wissen, was auf sie zukommt.

 

Der Kanton Aargau lebt in erster Linie vom Gewerbe und von seinen KMU, nicht von kapitalintensiven Unternehmen. Von der Einführung der zinsbereinigten Gewinnsteuer würden jedoch nur Letztere profitieren, das Rückgrat der Aargauer Wirtschaft – Gewerbe und KMU – hingegen würden mit der damit einhergehenden Erhöhung des Teilbesteuerungsverfahrens massiv geschwächt.