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Aargauischer Gewerbeverband
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Medienmitteilung vom 14. Juli 2016

 

Bewährungsprobe für des Hightech Zentrum

 

 

Gewerbeverband kritisch gegenüber der Wirksamkeit von Hightech Zentrum

 

AGV. Der Aargauische Gewerbeverband (AGV) ist kritisch gegenüber der Wirksamkeit von Hightech Aargau. Während die Beiträge im Bereich Hightech-Forschung unterstützt werden, sollte der Programmschwerpunkt Hightech-Areale gestrichen und durch bereits seit langem bestehende Verwaltungseinheiten erledigt werden. Gegenüber dem Hightech Zentrum Aargau ist der AGV sehr skeptisch, will ihm aber noch eine Chance geben, allerdings mit reduziertem Budget. Der Eigenfinanzierungsgrad muss aber deutlich gesteigert werden. Das Hightech Zentrum sieht sich bis 2022 einer eigentlichen Bewährungsprobe ausgesetzt.

 

Der AGV hat versucht, die in Hightech Aargau vorgesehenen vier Programmschwerpunkte (Hightech-Forschung, Hightech-Areale, Hightech Zentrum und Hightech-Kooperation) in Bezug auf ihre Wirksamkeit zu beurteilen.

 

Der Schwerpunkt Hightech-Forschung wird seitens des AGV unterstützt. Er ist indes nicht Bestandteil des beantragten Verpflichtungskredits sondern wurde bereits 2005 vom Grossen Rat genehmigt.

 

Der AGV schlägt vor, künftig auf die Koordinationsstelle betreffend Areal-Koordination zu verzichten, um die dafür eingesetzten Personalkosten von rund CHF 1.5 Mio. einsparen zu können. Diese Aufgabe müsste ohnehin bereits durch das Standortmarketing „Aargau Services“ oder eine andere Stelle beim Kanton wahrgenommen werden, so wie das in anderen Kantonen auch der Fall ist.

 

Der AGV ist nach wie vor skeptisch gegenüber dem Nutzen des Hightech Zentrums. Das BIP des Kantons Aargau beträgt knapp CHF 40 Mrd. Generiert wird es durch ca. 30‘000 Unternehmen und 270‘000 qualifizierte Werktätige. Der AGV vertritt die dezidierte Auffassung, dass sie das eigentliche Hightech Zentrum des Aargaus sind. Die Qualifikation, die sich das Hightech Zentrum selber in der Anhörungsvoralge zuschreibt („kantonaler Brennstoff für den Innovationsmotor und somit unverzichtbar für den Antrieb der hiesigen Wirtschaft“) trifft damit in erster Linie auf die Unternehmen und Werktätigen im Aargau zu.

 

Mit Zustimmung im Jahr 2012 zu Hightech Aargau und dem damals gesprochenen Kreditvolumen durfte der Grosse Rat davon ausgehen, dass es sich für das Hightech Zentrum um eine Anschubfinanzierung und damit um einen Einmal-Kredit handeln würde. Die Regierung beantragt nun eine weitere Finanzierung für das Hightech Zentrum bis 2022, was im Widerspruch zur ursprünglich geplanten Finanzierungslösung steht. Der Finanzbedarf für das Hightech Zentrum Aargau bis 2022 wird auf CHF 22.5 Mio. veranschlagt. Kalkuliert wird mit Eigenerträgen von CHF 0.89 Mio., was knapp 4 Prozent des gesamten Finanzbedarfs entspricht. Die im Anhörungsbericht budgetierten Eigenerträge stehen damit in keinem Verhältnis zur Vorgabe, das Hightech Zentrum in eine Eigenständigkeit zu führen. Die Eigenerträge müssen daher signifikant gesteigert werden, wenn das Hightech Zentrum eine Daseinsberechtigung haben will.

 

Aufgrund der relativ kurzen Zeit seit der Gründung des Hightech Zentrums ist der AGV aber der Meinung, dass dieser Organisation mit Werbeausstrahlung für den Aargau eine weitere Chance bis 2022 gegeben werden muss - mit einem im Gegensatz zum Antrag der Regierung um 20 Prozent reduzierten Betrag. Allerdings muss die Möglichkeit der Gratis-Beratungen gestrichen werden. Stattdessen sollte ab der ersten Beraterstunde Honorar zu einem reduzierten Betrag einverlangt werden. Zudem ist das Reporting so auszugestalten, dass verlässliche Auskünfte über die Wirkungen der Tätigkeit des Hightech Zentrums gemacht werden können.

 

Über die Wirkung der Massnahme Forschungsfonds kann keine Aussage gemacht werden, da entsprechende Wirkungskontrollen fehlen.

 

Der AGV fordert, den Verpflichtungskredit für Hightech Aargau um CHF 5.95 Mio. auf CHF 22.75 Mio. zu kürzen.